Pressemitteilung 23.01.2020

Frankfurter CDU für Neubau und Verlegung von Oper und Schauspiel

Neubau im Ostend bietet größtes Entwicklungspotential

Frankfurt am Main, 23. Januar 2020. In einem eigenen Positionspapier zur Zukunft von Oper und Schauspiel bezieht die Frankfurter CDU klar Stellung für einen gemeinsamen Neubau dieser Frankfurter Institutionen an einem anderen Ort. „Nach gründlicher Analyse der aktuellen baulichen Situation und aller Anforderungen an eine zukünftige Nutzung sind wir zu der Überzeugung gelangt, dass eine Sanierung der Bühnen am heutigen Standort die schlechteste aller Möglichkeiten darstellt: Die Verlagerung des laufenden Betriebes an Interimsspielstätten würde nicht nur sicher einen zu beachtenden Kostenrahmen sprengen. Auch wären die Belastungen für die Künstler und das Personal und nicht zuletzt auch für die Besucher unzumutbar. Für beide Bühnen steht bei dieser Variante die große künstlerische Reputation auf dem Spiel. Demgegenüber erweist sich ein Neubau der Bühnen an einer anderen Stelle als die einzig realistische Alternative, um seriös mit den unvermeidlichen Kosten- und Zeitrahmen zu arbeiten. Der Bau einer neuen Doppelanlage ist auch der Aufspaltung von Oper und Schauspiel vorzuziehen“, erklären heute der CDU-Kreisvorsitzende Jan Schneider und der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Nils Kößler. Die Stadtverordnetenfraktion und der Kreisvorstand der CDU haben das Positionspapier am Abend einstimmig beschlossen.

Die Entscheidung für einen kostengünstigeren und praktikableren Neubau gehe selbstverständlich mit dem Bewusstsein einher, dass der Neubau der städtischen Bühnen auch mit Blick auf künftige Generationen über eine zukunftsweisende Architektur verfügen müsse. Diese sei am besten über einen internationalen Architekturwettbewerb zu gewährleisten. „Als internationalste Stadt Deutschlands haben wir neben den vielen Aufgaben einer hochwertigen infrastrukturellen Versorgung auch eine explizite kulturpolitische Bedeutung, der wir gerecht werden müssen. Und dieser Bedeutung können wir nur gerecht werden, wenn wir auch über eine hochwertige Architektur die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Oper und Schauspiel sicherstellen. Wir haben daher ein Gebäude im Sinn, das diesen unverzichtbaren ästhetischen Anforderungen gerecht wird und zugleich auch ressourcenoptimiert Oper und Schauspiel mit den aktuell ausgelagerten Probebühnen und Werkstätten vereint“, heben die CDU-Politiker hervor.

Ohne Zweifel seien auch Bund und Land bei der Finanzierung dieses wahren „Leuchtturmprojekts“ gefordert, das aus städtischen Mitteln alleine nur schwer realisierbar wäre. Auch aus diesem Grund müsse man sich schweren Herzens von der Theaterdoppelanlage am Willy-Brandt-Platz trennen. Aber auch das in Frankfurt am Main traditionell stark ausgeprägte bürgerschaftliche Engagement ist aus Sicht der CDU bei einem solchen Projekt sehr willkommen. „Erste Ideen, etwa von der Bürgerstiftung ‚Neu Oper Frankfurt‘, begrüßen wir ausdrücklich. Das ist ein toller Beitrag“, so Schneider und Kößler.

Selbstverständlich müsse eine städtebauliche Untersuchung der Auswahl eines optimalen Standortes vorangehen. Gleichwohl empfehle sich ein gezielter Blick auf das aktuell noch von Raab Karcher gepachtete städtische Grundstück im Frankfurter Ostend. „Es verfügt mit 24.000 qm über die doppelte Fläche gegenüber dem aktuellen Bühnenstandort und hat nicht nur eine einmalige Lage am Fluss, sondern könnte auch zum Kraftzentrum der gerade im Ostend ansässigen Frankfurter Kulturinstitutionen werden. Unsere Amtsvorgänger haben vor vielen Generationen Mut bewiesen, als sie den Frankfurter Hauptbahnhof vor den damaligen Toren der Stadt bauten. Und auch der Bau des Schauspiels vor vielen Jahrzehnten war ein gewisses Wagnis, da dort bisher nichts Vergleichbares stand. Man hatte aber Mut und war entschlossen; und das sollten wir heute auch sein”, so Schneider und Kößler.

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Fraktionsvorsitzender & bau- & planungspolitischer Sprecher