Pressemitteilung 10.08.2026

„Ein Kulturpolitiker mit Anspruch und Haltung“

Zum Tode des früheren Stadtrates und Kulturdezernenten Prof. Dr. Felix Semmelroth

Mit großer Trauer hat die CDU-Fraktion vom Tod des früheren Kulturdezernenten Prof. Dr. Felix Semmelroth erfahren. „Frankfurt verliert einen herausragenden Kulturpolitiker, einen leidenschaftlichen Anwalt der Kultur und einen Menschen, der unsere Stadt über viele Jahre geprägt hat“, so der CDU-Partei- und Fraktionsvorsitzende Dr. Nils Kößler.

Felix Semmelroth hat als Kulturdezernent von 2006 bis 2016 eine Dekade lang Verantwortung für die Frankfurter Kulturlandschaft getragen. „Dabei hat er sich mit großer persönlicher Überzeugung und ebenso großem Sachverstand für die Qualität und Vielfalt des kulturellen Lebens eingesetzt. Gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Petra Roth hat er wichtige Weichenstellungen vorgenommen und der Kulturstadt Frankfurt neue Glanzpunkte hinzugefügt: Der Neubau des Historischen Museums und das Romantik-Museum gehören zu den sichtbaren Zeugnissen dieser Zeit“, erinnert Kößler an den ehemaligen Stadtrat. Semmelroth sei weit mehr als ein Verwalter des Bestehenden gewesen. „Er verstand Kultur als unverzichtbares Ferment einer freien und demokratischen Stadtgesellschaft. Kultur hatte für ihn einen eigenen Wert und musste sich nicht durch andere politische Zwecke rechtfertigen. Diese Haltung, verbunden mit seinem Anspruch an Qualität und seine große Kenntnis von Literatur, Musik, Theater und bildender Kunst, machten ihn zu einer besonderen Persönlichkeit des Frankfurter Kulturlebens.“

Semmelroths Weg in der Frankfurter Kommunalpolitik war ungewöhnlich: Vom Literatur- und Grundsatzreferenten unter Kulturdezernent Hilmar Hoffmann über die Büroleitung von Oberbürgermeisterin Petra Roth führte er ihn schließlich selbst an die Spitze des Kulturdezernats. Kurz vor seiner Wahl zum Kulturdezernenten wechselte er von der SPD zur CDU. Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Amt blieb er der Kultur und insbesondere der englischen Literatur und der klassischen Musik eng verbunden. Kößler: „Felix Semmelroth war ein kluger, eigenwilliger und zugleich stets stilvoller Mensch. Er konnte pointiert und streitbar sein, ohne seine außergewöhnlichen Umgangsformen aufzugeben. Vor allem aber war er jemand, der für seine Überzeugungen einstand. Die Frankfurter CDU ist ihm für sein Wirken zu großem Dank verpflichtet. Sein Name und seine Handschrift werden in der Kulturstadt Frankfurt fortbestehen. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Menschen, die ihm nahestanden.“

Dr. Hans-Jürgen Moog, geboren 1932 in Frankfurt am Main, war promovierter Jurist, Rechtsanwalt und Notar. 1961 trat er in die Anwalts- und Notarpraxis seines Vaters ein, die er nach dessen Tod 1974 übernahm und fortführte. Sein politischer Weg war geprägt von Kontinuität und Verantwortung für Frankfurt: 1957 ist er der CDU beigetreten, von 1964 bis 1982 war er Stadtverordneter. Ab 1965 führte er als Fraktionsvorsitzender über eine außergewöhnlich lange Zeitspanne von 17 Jahren die CDU-Mandatsträger im Römer. „In dieser Zeit – insbesondere in der schwierigen Oppositionsphase der frühen 70er Jahre – wirkte er maßgeblich daran mit, dass die CDU 1977 ein überwältigendes Vertrauen der Wähler erhielt und die Mehrheitsverantwortung im Stadtparlament in der Ära von Oberbürgermeister Dr. Walter Wallmann übernahm“, erinnert Kößler an das große Verhandlungsgeschick seines Amtsvorgängers. 1982 wurde Moog zum Bürgermeister der Stadt Frankfurt gewählt und übte dieses Amt bis 1994 aus. In seiner Zeit als Bürgermeister war er u.a. Wirtschaftsdezernent und zuständig für Stadtwerke, öffentliche Einrichtungen, Tourismus und Städtepartnerschaften.

Neben seinem kommunalpolitischen Engagement widmete sich Moog über Jahrzehnte der kirchlichen und sozialen Arbeit: Von 1966 bis 1998 war er Versammlungsleiter der Regionalversammlung des Evangelischen Regionalverbandes und führte den Rechtsausschuss der Synode der Evangelische Kirche in Hessen und Nassau. Darüber hinaus leitete er von 1987 bis 2002 den Bezirksverband Frankfurt des Deutschen Roten Kreuzes als Vorsitzender. Für sein herausragendes Wirken wurde Moog mehrfach geehrt, unter anderem mit dem Großen Bundesverdienstkreuz, dem Hessischen Verdienstorden, der Martin-Niemöller-Plakette, dem Friedrich-Stoltze-Preis, dem Großen Ehrenzeichen der Republik Österreich sowie dem Orden vom Heiligen Schatz des Japanischen Kaiserreiches – letzterer als besondere Anerkennung seines Engagements für die Förderung der japanischen Gemeinschaft in Frankfurt.

„Wir verlieren einen Menschen, der in unterschiedlichsten Funktionen mit ruhiger Entschlossenheit und großem Verantwortungsbewusstsein dieser Stadt gedient und sie mitgestaltet hat. Wir trauern um einen hochgeschätzten Mitstreiter in der Frankfurter CDU. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Freunden“, so Kößler.

Fraktionsvorsitzender

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