Pressemitteilung 16.02.2026

„Bauturbo darf nicht zur Baubremse werden“

Frankfurt braucht schnellere Genehmigungen, klare Fristen und mehr Wohnformen

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Nils Kößler kritisiert die von Planungsdezernent Prof. Dr. Marcus Gwechenberger (SPD) eingebrachte Magistratsvorlage zur Anwendung des sogenannten „Bauturbos“ in Frankfurt. „Statt Genehmigungsverfahren merklich zu beschleunigen, drohen durch zusätzliche Abstimmungsrunden, neue Konferenzformate und fehlende verbindliche Fristen weitere Verzögerungen im Wohnungsbau.“

Der Bauturbo wurde vom Bundesgesetzgeber geschaffen, um schneller Wohnungen zu bauen. „Die dazu vorgelegte Richtlinie der Stadt erreicht jedoch das Gegenteil. Frankfurt braucht einfache, verlässliche und schnelle Verfahren – keine zusätzlichen Schleifen im Genehmigungsprozess“, so Kößler. Zu einer realistischen Wohnungspolitik gehöre zudem die Förderung unterschiedlicher Wohnformen: „Frankfurt braucht nicht nur mehr Geschosswohnungsbau, sondern auch Eigenheime und Eigentumsbildung für Familien. Wir halten die Tabuisierung dieser Wohnformen bei der geplanten Anwendung des Bauturbos für falsch. Wohnen im eigenen Haus ermöglicht besonders Familien mit Kindern ein langfristiges Zuhause und schafft stabile Nachbarschaften. Eigentumsbildung stärkt außerdem die private Altersvorsorge, fördert Verantwortung für das Wohnumfeld und entlastet langfristig den Mietmarkt.“

Bild: ©iStock/JARAMA

Die CDU-Fraktion fordert eine komplette Überarbeitung der Richtlinie. „Benötigt werden insbesondere standardisierte Genehmigungspfade für Dachausbau, Aufstockung und Nachverdichtung sowie die konsequente Nutzung brachliegender Flächen“, so Kößler. Besonders in der Innenentwicklung sieht die Union große Potenziale: „Studien zeigen erhebliche Möglichkeiten beim Dachausbau und bei Aufstockungen bestehender Gebäude, die bis zu 15.000 zusätzliche Wohnungen schaffen könnten – ohne neue Flächen zu versiegeln. Dafür müssen die in Frankfurt hausgemachten Hürden endlich sinken.“ Die geplante „Bauturbo-Konferenz“ sei ein falsches Signal an Bauwillige: „Konferenz statt Konsequenz – oder: ‚Lasst uns arbeiten wie zuvor‘, lautet anscheinend die Devise im Magistrat. Tempo entsteht durch Fristen, nicht durch Sitzungsformate.“ Ohne verbindliche Bearbeitungsfristen und transparente Kennzahlen drohe statt echter Beschleunigung ein weiteres, schwerfälliges Abstimmungsgremium. Kößlers Fazit: „Ein Bauturbo muss diesen Namen verdienen: schnellere Entscheidungen, weniger Bürokratie und mehr Wohnungen. Die Vorlage liefert bislang vor allem neue Verfahren – aber zu wenig Tempo.“

Fraktionsvorsitzender

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